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Dieser Thread hat 2 Seiten: 1  2 
 
Autor Thema: Die Zukunft der Clubs - Genügen Spenden?
soulstar

Usernummer # 5668

 - verfasst      Profil von soulstar   Homepage     Eine neue privateMessage schreiben       Editiere/Lösche Post   Antwort mit Zitat 
das ist eine mega interessante und wichtige diskussion hier - die leider viel zu wenig geführt wird.

kurz zu spotify... für unsere spartenmusik ist das ganze wohl eher finaziell gesehen keine echte alternative. pop musik - klar... funktionsmusik wie techno...naja.
musik wird ja im grunde eh nicht mehr gekauft... bisweilen, ähnlich wie filme und serien, ist sie reines konsumgut für das es nicht lohnt geld auszugeben...und auch nicht nötig ist... weil überall kostenlos gestreamt werden kann. mir reicht das allermeistens auch. ein grund ist sicher die masse an musik... es ist soooo viel, nichts oder besser kaum ein titel sticht noch heraus...bzw. schafft es sich nach oben zu wühlen.
nach zwei wochen ist schon wieder so viel andere musik erschienen das kaum einer sich den "alten" kram noch anhören mag. ziemlich bitter... keine ahnung wie da noch zukünftige klassiker entstehen sollen wenn sich keiner mehr auf einen "hit" einigen kann.

da ist es evtl. doch besser seine musik garnicht erst verkaufen zu wollen. ich frage mich das inzwischen auch ernsthaft...was das alles soll. ic habe es stets betont - meine musik mache ich erstmal für mich selbst... als kreativer prozess ohne anspruch auf künstlerische aspekte, ohne anspruch auf technische perfektion...just for the moment. warum also verkaufen wollen... und doch ertappe auch ich mich immer wieder dabei labels anzuschreiben und anzuklopfen...wozu eigentlich ? ist es geltungsdrang, die hoffnung das doch mal was durch die decke geht... kann sein... ich weis es nicht genau. aber es ist illusorisch am ende. und unnötig. weil der moment des produzierens und das glücksgefühl dabei ist doch im grunde (für mich) der lohn...und den gibts kostenfrei und ungeteilt. auftritte, fans, kunst - hat mich im grunde nie interessiert und tut es noch nicht. alles für mich nur mittel zum zweck. ich mache konservenmusik und stehe dazu.

leute die bis vor kurzem von ihren auftritten leben konnten können einem nat. nur leid tun. an der stelle wird es auch langsam schwierig; hier müssen lösungen für kulturschaffende her, sehr zügig. das sich gewerbetreibende clubesitzer auch beschweren kann ich schon verstehen - andere läden haben ja auch wieder geöffnet. aber letztlich machste den laden dann halt dicht, insolvenzen passieren. in schönwetter zeiten ist die feier szene zwar nett - aber verglichen mit dem einzelhandel finaziell gesehen halt zu vernachlässigen. politisch ne reine abwägungssache. bittere pillen allemal.

Aus: marburg | Registriert: Apr 2002  |  IP: [logged]
Hyp Nom
Morgen Wurde
Usernummer # 1941

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Zitat:
Ursprünglich geschrieben von: soulstar:
und doch ertappe auch ich mich immer wieder dabei labels anzuschreiben und anzuklopfen...wozu eigentlich?

für mich könnte ich das leicht beantworten: um die szene mitzugestalten. folglich: je mehr reichweite, umso besser.


What is the future of techno tourism?
..even when clubs do reopen they could face severely reduced crowds and income
London currently has about 25% of the activity it had before [lockdown].

What does this mean for cities that depend on vast numbers of nightlife visitors? Can home crowds plug the gap if events return before travel does? And, given that the climate crisis was our top concern before coronavirus took the spotlight, should we even be aiming for business as usual?

Is a return to business as usual possible for Berlin, then? “I don’t think it’s necessary to say ‘we must go back to normal’. This is a progressive scene, so let’s focus on the future,” Club Commissioner Lutz Leichsenring says. “We should think about what we can do better, do differently. This crisis should maybe make people think more regionally, more sustainably. Maybe the clubs that were only surviving because of tourists, and will struggle without them, should invest in the local scene in terms of bookings and audiences.”

“It’s the biggest crisis in nightlife since World War II. For 80 years, there has been nothing with this level of impact on our culture,” says Leichsenring of the pandemic.

The task of delivering support to nightlife is so huge that he’s begun work on nighttime.org’s Global Nightlife Recovery Plan. A free online resource ...“It looks at how different cities are dealing with different aspects — Vilnius compared to New York City, or Berlin. It’s about getting together best practices so people can see the ideas that work, where, and why.”

...real change only happens when a system collapses, and things are looking pretty broken.


[hand] https://djmag.com/longreads/what-future-techno-tourism

The Global Nightlife Recovery Plan
[hand] www.nighttime.org/recoveryplan

Aus: Kiel | Registriert: Feb 2001  |  IP: [logged]
Quinto

Usernummer # 1412

 - verfasst      Profil von Quinto     Eine neue privateMessage schreiben       Editiere/Lösche Post   Antwort mit Zitat 
Wie schon am Anfang gesagt: COVID19 ballert alles durcheinander. Interessant, dass immernoch so getan wird, als wäre das morgen vorbei
Aus: Rostock | Registriert: Nov 2000  |  IP: [logged]
soulstar

Usernummer # 5668

 - verfasst      Profil von soulstar   Homepage     Eine neue privateMessage schreiben       Editiere/Lösche Post   Antwort mit Zitat 
2hyp: um die szene mitzugestalten ist durchaus ein argument... allerdings kann man das auch ohne labels. das label als multiplikator für die eigene musik mag zwar der grundgedanke sein - wenn ich aber die klagen über die verkäufe höre scheint das eben nicht mehr zu funktionieren. evtl. liegts auch an der einfallslosigkeit der labels.
deine releases haben einen echten mehrwert als eben nur die musik, sowas macht sinn; ist aber ein stück weit auch für sammler gedacht...

edit: den gegenseitigen support (z.b du machst nen remix für mich, ich mach einen für dich ...) möchte ich da aber explizit ausnehmen... sowas macht auch immer sinn, besonders wenn man sich kennt.

[ 18.09.2020, 12:26: Beitrag editiert von: soulstar ]

Aus: marburg | Registriert: Apr 2002  |  IP: [logged]
Hyp Nom
Morgen Wurde
Usernummer # 1941

 - verfasst      Profil von Hyp Nom   Homepage     Eine neue privateMessage schreiben       Editiere/Lösche Post   Antwort mit Zitat 
soulstar, letztlich ist jede plattform, die bei einem release involviert ist und noch andere follower als man selbst hat, ein zugewinn.

quinto, finde in den artikeln/interviews eher das gegenteil der annahme, morgen sei alles vorbei..

---

Sebastian Voigt, Booker At Else In Berlin:

It's still possible to do high quality dance music events with proper lineups, and comply with all the regulations, offering a safe alternative to all these illegal open-airs.
There are always some people you have to remind again and again, but 98 percent of people are doing it really well.

Q: Every time I've seen Ricardo Villalobos in Berlin it's been a madhouse, totally packed. It's hard for me to picture a Covid-era version of that.

..We have a limited capacity now, and everybody has to wear a mask all the time — at least, while they're on the dance floor and while they're walking around. They can take them off when they're sitting. It's the same as in restaurants here..

We'll see how it works, and maybe do outdoor events during winter. If last weekend showed anything, it's that people are willing, they don't care if it rains or whatever. The party with Blawan and Dasha Rush, it was absolutely pissing for five hours solid, hammering it down. I was super worried when I saw the weather report, but when I got there I was amazed to see everybody just going really hard, dancing like there's no tomorrow, some of them half naked, topless—but with their masks. Completely soaked, but everybody really super into it.


www.residentadvisor.net/features/3754

Aus: Kiel | Registriert: Feb 2001  |  IP: [logged]
Hyp Nom
Morgen Wurde
Usernummer # 1941

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Clubszene in Corona-Zeiten
Sieben Lehren von der Tanzfläche

1. Tanzen mit Maske - ja, das geht!
...Tanzen mit Maske, geht das überhaupt? Nun, es geht wunderbar, und zwar auch bei stundenlangem Hochleistungstanzen mit vollem Körpereinsatz. Selbst mit meiner N95-Supermaske mit wenig Luftdurchsatz. Vielleicht macht der latente Sauerstoffmangel das Erlebnis sogar noch intensiver und den körperlichen Trainingseffekt noch größer.

2. Der Club ist regelkonformer als die Bahn.
Im Club war der Anteil der Maskenträger deutlich höher als in den meisten Zügen der Deutschen Bahn, beziehungsweise lag er annähernd bei 100 Prozent. Logischerweise: Wer sich im Club nicht an die Regeln hält, fliegt seit eh und je einfach raus, ohne Diskussion.
...

3. Vorsicht mit Drogen!
... Sind das noch Menschen oder schon apokalpytische Roboter? Ja, es braucht kaum mehr als einen bunten Stofffetzen vor dem Mund, um eine insgesamt fröhliche Szene in eine latent darke Szene zu verwandeln. Die Welt des Spaßes ist fragil wie im Computerspiel BioShock oder in dystopischen Fernsehserien wie Stranger Things oder Black Mirror. Für die einen ist das ein Abenteuer. Auf andere wartet in den Schattenwelten hinter dem Mundschutz schon die Paranoia. ...

4. Euphorieknäuel no more
Abseits der Tanzfläche vereinzeln sich die Menschen viel mehr als früher, Gruppen finden nicht mehr spontan zusammen, alle sitzen an ihren eigenen Tischen. ...Dabei ist es ja gerade das Soziale auch abseits der Tanzfläche, das den Club so besonders macht. ...Aber: Auf der Tanzfläche entlädt sich die kollektive Energie dafür umso mehr. ...

5. Das schlechte Gewissen tanzt mit
...Tragen wir alle, die wir hier tanzen, trotz aller Vorsicht zu mehr Ansteckungen bei? ...Darauf gibt es wohl keine befriedigende Antwort. Die streng normative jedenfalls, wonach einfach jedes Risiko zu vermeiden ist, übersieht nach Monaten der Pandemie mehr und mehr die psychische Gesundheit, auch den Wunsch nach Kultur und Weiterleben. Gerade darum wäre es schön, den Hedonismus der Clubs nicht geringer zu schätzen als den von Urlaubsreisen und Familientreffen. Für viele Menschen ereignet sich hier schließlich genau das.

6. Tanzen tut bitter not
Natürlich ist "Bleib doch einfach zu Hause!" eine legitime Position. In großen Crowds zu tanzen ist ein wahnsinniger Luxus, wenn gerade eine Pandemie um den Erdball geht. Aber Tanzen ist mehr als reiner Hedonismus. Es verjüngt besser als jede Anti-Aging-Creme, wenn die letzte Anspannung und die letzten Sorgen weggetanzt sind...
Wer tanzt, entledigt sich, wie Nietzsche es im Zarathustra schrieb, vom "Geist der Schwere", der der "Herr der Welt" sei. Tanzen ist Spott auf den Corona-Schwermut, ein Quell der Leichtigkeit. Was nicht heißt, zum Covidioten zu werden! Die Kunst, wie auch Nietzsche schrieb, ist eben, in Ketten zu tanzen. ...Wer mit Maske tanzen kann, bringt Spaß und Gesundheit in Einklang. ...

7. Der Moment ist unendlich (wichtig)
Die internationale und vielfältige Musikszene zumindest Berlins ist lebendig, noch. Andere Länder wie das Vereinigte Königreich, Frankreich, Israel oder Spanien zeigen, dass eine neue Corona-Lage den Spaß schnell wieder beenden kann. Dabei macht die Szene einiges richtig, experimentiert in der vergleichsweise entspannten Corona-Lage in Deutschland mit verschiedenen Maßnahmen. Einige Clubs lassen Gruppen etwa nur in ihren eigenen Bubbles tanzen, dafür maskenfrei.

Aber das alles ist flüchtig. Jetzt, im Spätsommer, stehen wir kurz vor einem ungewissen Herbst und Winter. ...Das kann demütig und ängstlich machen. Oder zu mehr Verantwortungsbewusstsein führen: Wir haben den Moment und die Zukunft selbst in der Hand. ...


www.zeit.de/kultur/2020-09/clubszene-coronavirus-berlin-maskenpflicht-tanzen-abstandsregeln

Aus: Kiel | Registriert: Feb 2001  |  IP: [logged]
SpeedyJ
the technarchist
Usernummer # 984

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Schockierende Zahlen: Illegale “Superspreader-Events” weiter auf dem Vormarsch

Neue Statistiken aus Großbritannien belegen, wie gefährlich sich illegale Partys bezüglich einer raschen Weiterverbreitung des Coronavirus auswirken können.
Laut der britischen Zeitung “The Sun” haben die sogenannten “Superspreader-Events” in letzter Zeit zu einem markanten Anstieg der Covid-19-Fallzahlen geführt – insbesondere unter jungen Menschen im Alter von 17 und 21 Jahren. Die Rede ist von einem Anstieg in Höhe von 300 Prozent.


https://www.fazemag.de/schockierende-zahlen-illegale-superspreader-events-weiter-auf-dem-vormarsch

Aus: 909303 | Registriert: Sep 2000  |  IP: [logged]
Joix

Usernummer # 20577

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Zitat:
Ursprünglich geschrieben von: SpeedyJ:
Schockierende Zahlen: Illegale “Superspreader-Events” weiter auf dem Vormarsch

Es gibt auch Stimmen, die das sogar befürworten, weil die jungen Leute ja fast symptomfrei bleiben und im Sommer generell die Abwehr/Immunkräfte höher sind.
So können sie sich vermutlich im Winter zur Grippesaison nicht nochmal mit Corona anstecken und das Virus an Risikopersonen übertragen..

Ich bin da noch zwiegespalten, aber denke mal spät. im Frühjahr wird man dann im Nachhinein schlauer sein, wie man da hätte vorgehen müssen.. es könnte sich dann auch als Fehler herausstellen, dass man eine Durchseuchung der Bevölkerung im Sommer nicht in Kauf genommen hat..
In China wird jedenfalls schon wieder kräftig gefeiert in den Clubs

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wizard of wor

Usernummer # 5122

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Zitat:
Ursprünglich geschrieben von: Joix:
es könnte sich dann auch als Fehler herausstellen, dass man eine Durchseuchung der Bevölkerung im Sommer nicht in Kauf genommen hat..

So ein Szenario ist doch völlig utopisch.

Sollte man dann alle einfach verrecken lassen, damit die Krankenhauskapazitäten nicht überlastet werden?
Nach dem Motto: Sorry ihr vorerkrankten und alten Menschen, auf euch können wir jetzt leider keine Rücksicht nehmen... viel Glück!

Die Leute würden auf die Straße gehen und dermaßen Randale machen, dass ein Lock Down das kleinere Übel darstellt...

Aus: detroit | Registriert: Feb 2002  |  IP: [logged]
Joix

Usernummer # 20577

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Zitat:
Ursprünglich geschrieben von: wizard of wor:
Zitat:
Ursprünglich geschrieben von: Joix:
es könnte sich dann auch als Fehler herausstellen, dass man eine Durchseuchung der Bevölkerung im Sommer nicht in Kauf genommen hat..

So ein Szenario ist doch völlig utopisch.

Sollte man dann alle einfach verrecken lassen, damit die Krankenhauskapazitäten nicht überlastet werden?

Ich meinte "jüngere Bevölkerung". So utopisch wäre so ein Szenario gar nicht, wenn man die Risikopersonen nach wie vor gut schützt. Klingt vielleicht utopisch, aber wenn die zweite Welle in Schweden kaum noch nennenswerte Todeszahlen erzeugt, war deren Ansatz im Nachhinein vielleicht doch richtig.. We will see..
Aus: Mannheim | Registriert: Jun 2011  |  IP: [logged]
Hyp Nom
Morgen Wurde
Usernummer # 1941

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Die ambivalente Position der Clubs zwischen Authen­tizität und Kommerz

... Knapp 1,5 Milliarden Euro wurden einer von der Clubcommission, einem Gesamtverband der Berliner Clubs, durchgeführten Studie zufolge allein im Nachtleben der Hauptstadt 2017 umgesetzt.

... Während mehr Körper und Kapital denn je zu den Bässen strömen, kämpfen trotzdem jedes Jahr etliche Läden ums Überleben. Die Einnahmen reichen oft kaum für eine angemessene Bezahlung der Angestellten und die Raummiete ... Die Situation wird schwierig durch das Marktgerangel um vielversprechende Innenstadtflächen, die Begehrlichkeiten bei Investoren und Vermietern wecken.

... Die politische Förderung der Szene scheint vielen Veranstaltern und Künstlern als adäquater Ausweg aus der Prekarisierung und Verdrängung. Wenn der Club Kultur ist, darf er mit konservativer Rhetorik und Methodik gegen die Prinzipien des Marktes ­erhalten werden, wie ein Denkmal.

... Hinter den künstlerischen Darbietungen verschwindet die harte Realität, dass die meisten Clubs bestenfalls kostendeckend arbeiten können. Rücklagen zu bilden, ist oft nicht drin. Nicht alle Läden haben die Möglichkeit, sich etwa als Kultur- oder Jugendzentrum fördern zu lassen. Große Unternehmen machen sich das in auf die Jugend zielenden urbanen Marketingkampagnen zunutze. Programme wie die Red Bull Music Academy oder das Telekom Electronic Beats haben gezeigt, wie Clubkultur als Aushängeschild eines Konzerns vernutzt werden kann.

... Das eigentümliche Paradoxon der Clubkultur – laufend erfolgreich und trotzdem ständig sterbend – versteht nur, wer begreift, dass Kultur im Kapitalismus keine abgetrennte Sphäre ist. Zwar hat sich Clubkultur immer gegen Konventionen abgegrenzt und fand in Nischen der Gesellschaft statt. Aber Subversion ist vor Verwertung nicht gefeit. Darum kämpfen viele Läden heutzutage gegen Probleme, die gerade der Siegeszug der Clubkultur erzeugt hat.


https://jungle.world/artikel/2020/38/die-krux-mit-der-kultur


Live-Konzerte:
"Es muss etwas passieren. Sonst gehen alle pleite"

Während sich Fußballstadien langsam wieder füllen, Kinos und Theaterbühnen mit verringerten Kapazitäten wieder eröffnen und Klassikkonzerte vor bravem Sitzpublikum einen Neustart erleben, gibt es für Popshows weiterhin keine gesicherten Rückkehrszenarien. Schon jetzt quellen die Konzertkalender für 2021 über mit geplanten Gigs und Festivals. Niemand weiß jedoch, ob diese wirklich stattfinden werden.

"Nach jetzigem Stand erwarte ich nächstes Jahr ein großes Club- und Veranstaltersterben."
"Alles was Spaß macht und innovativ ist, wird dann verschwinden. Oder es wird von großen Firmen aufgekauft und solange gestreamlined, bis alle Veranstaltungen gleich aussehen." Auch deshalb fordert Stephan Thanscheidt klare Perspektiven für seine Branche. "Je länger die Einschränkungen dauern, desto stärker wird die Vielfalt der Kulturlandschaft leiden. Es liegt an der Politik, dieses Szenario zu verhindern."

Spontane Instagram-Livestreams und durchproduzierte Youtube-Konzerte in menschenleeren Sälen werden noch einige Monate lang zu den Durchhaltemaßnahmen der Veranstalter gehören. Für Andreas Oberschelp markieren sie derzeit die einzige Einnahmequelle. Er kommt damit auf weniger als fünf Prozent seines gewöhnlichen Einkommens.


www.zeit.de/kultur/musik/2020-09/konzerte-coronavirus-livemusik-branche-auftritte-tickets/komplettansicht

Aus: Kiel | Registriert: Feb 2001  |  IP: [logged]
Hyp Nom
Morgen Wurde
Usernummer # 1941

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Ein Gespräch über Techno in der Pandemie

Die Clubs sind dicht, Techno wird alt und der Underground nimmt Mainstream-Züge an. Der Musiker, Schriftsteller und DJ Thomas Meinecke und die Musikerin und »Jungle World«-Autorin Jana Sotzko unterhalten sich über gestreamte Konzerte, die Parallelen zwischen Kirche und Club und Techno als Wirtschaftsfaktor.

"... Selten hat eine Subkultur so viele Jahrzehnte lang ungestört und spätestens seit Wo­wereit sogar ausgiebig gefördert bestanden. Trotzdem sollte man sich immer wieder in Erinnerung rufen, dass auch diese Auswüchse in einer dissidenten Subkultur wurzeln.

... Dass sich solche Underground-Diskurse aber durch mehrere Aggregatzustände zu einem richtigen Wirtschaftsfaktor auswachsen konnten, im Speziellen die Berliner Techno-Kultur, ist allerdings schon verrückt. Wenn da jetzt mal ein Schnitt kommt, muss man auch nicht traurig sein.

... im Club gibt es dieses Magische, diese Art Priesterfunktion. Ich bin oft in den Tempeln des ­Candomblé in Brasilien gewesen, wo nach fünf Stunden Trommeln die Götter kommen und in die Körper der Tanzenden fahren, diese übernehmen und der ganze Abend in Trance weitergeht. Aus Kai Fikentschers Buch »You Better Work!« ist mir ein Zitat in Erinnerung geblieben, das die Rolle des DJ in der Samstagnacht beschreibt, wenn es bereits auf den Morgen zugeht: He gives us church. Das ist der Moment, in dem der Tanzboden abhebt. Ich finde, das hat auch immer was vom Eintreffen des Heiligen Geistes, oder eben diesem Moment in dem brasilianischen Tempel, in dem die Tanzenden in Trance verfallen und es wirklich abgeht. Bis es dazu kommt, musste aber fünf Stunden lang im gleichen Tempo und mit nur leichten Modi­fikationen getrommelt werden. Diese lockenden Drums sind schon von weitem zu hören, wie wenn man auf einen Techno-Club zugeht. Das hat ­etwas Liturgisches, etwas von einer höheren Wahrheit und von einem Dienst, den du als DJ ähnlich dem Messdiener oder Priester verrichtest."
...


https://jungle.world/artikel/2020/38/wenn-sich-bei-so-einem-tollen-moment-leute-um-drehen-und-jubeln-werde-ich-immer-rot

Aus: Kiel | Registriert: Feb 2001  |  IP: [logged]
SpeedyJ
the technarchist
Usernummer # 984

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wer sagt denn, dass man in corona-zeiten auf gigs verzichten muss?

DJ auf Beerdigungen
[hand] https://www.zdf.de/nachrichten/heute-in-deutschland/dj-auf-beerdigungen-102.html

[Wink]

Aus: 909303 | Registriert: Sep 2000  |  IP: [logged]
Steffen Landauer

Usernummer # 21989

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https://youtu.be/Jh-36oSt2Zg

Auf Fazemag gerade den Tipp gelesen...


Doku über Solo-Selbständige u.m. ...

Aus: Herzogenaurach | Registriert: Aug 2019  |  IP: [logged]
chris
User
Usernummer # 6

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DJ Paul van Dyk
"Wir Künstler sitzen alle im selben abgehängten Boot"
"Paul van Dyk und andere Elektro-DJs fordern in einem offenen Brief mehr Unterstützung von der Politik. Hier spricht er über illegale Partys, Hygienekonzepte und die Zukunft der Klubkultur."
Spiegel, 19.10.2020
[hand] https://www.spiegel.de/kultur/musik/paul-van-dyk-ueber-klubkultur-und-corona-wir-kuenstler-sitzen-alle-im-selben-abgehaengten-boot-a-5cd07416-9b9e-4d18-aa50-fd07fd668b4d

Aus: Westend | Registriert: Nov 1999  |  IP: [logged]
Hyp Nom
Morgen Wurde
Usernummer # 1941

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PARTYING THROUGH THE PANDEMIC

epischer artikel mit vielen stimmen zu diversen aspekten
- das schweigen von heimlich (ohne social media-sharing) weiter auflegenden DJs, die nicht angegriffen werden wollen
- gefahrlosigkeit von open air-raves nach bisherigen zahlen und studien
- kuriose situation in italien (z.b. bürgermeister bittet clubs zu öffnen für den tourismus und wählerstimmen)

[hand] https://mixmag.net/feature/pandemic-parties

bisschen konzentrat:

“I think we're entering a dangerous state of affairs if we begin to dictate who can and cannot DJ. Instead, I feel we should support those trying to organise safe and legal events and oppose those who host illegal parties where there are often zero safety measures in place.”
TOMMY FOUR SEVEN - ARTIST/LABEL OWNER (BERLIN, GERMANY)

Behind-the-scenes there were a couple of off-the-record conversations, but very few wanted to speak on the record. This is a shame because, as Benny Rodrigues pointed out in episode 21 of the DJs & Beers podcast, “It’s super important for those that are taking the gigs... If people are criticising you for it, explain yourself.” A total lack of communication about their appearances at these parties has only served to galvanise opinion against them. No one is obligated to speak, but as public figures it’s crucial to maintain open dialogue, especially in difficult times like these. By remaining silent, they’ve left themselves open to further judgement.

“There are a lot of high profile electronic acts playing all over (not just us) and they're not sharing on their own social media, most probably so it flies under the radar,” James Eliot, one half of the duo, tells us.
SOLARDO - ARTISTS (MANCHESTER, UK)

“Let’s say 10 per cent of the people at a rave are infected, so 100 out of the 1,000 people at this one. If it’s open-air then that amount of virus will be diluted by the massive atmospheric volume,” he explains. “Also there’s the effect of body heat. Even when you’re standing still your body can act as a thermal chimney, which will carry a lot of the virus up into the air away from the people as well. So that massive crowd will have a massive thermal chimney effect, carrying a lot of the virus up into the air away from people.”
JULIAN TANG - CONSULTANT VIROLOGIST AT THE LEICESTER ROYAL INFIRMARY AND HONORARY ASSOCIATE PROFESSOR IN THE DEPARTMENT OF RESPIRATORY SCIENCES

“The risks are not that different from any other social gathering, like the type you might have in your back garden for a barbeque. There’s been no spike from crowded beaches, or from the Black Lives Matter demos, so there’s no real reason to expect that there would be a spike from these sorts of events.”
PROFESSOR ROBERT DINGWALL - PART-TIME PROFESSOR IN THE SCHOOL OF SOCIAL SCIENCES SUPPORTING RESEARCH AND PROFESSIONAL DEVELOPMENT AT NOTTINGHAM TRENT UNIVERSITY

“The numbers don’t really reflect that there is a great risk outdoors. When we had the BLM protests and the different protests all over, people came together in big numbers and there hasn’t been a high infection rate from those events,” he says.
LUTZ LEICHSENRING - CO-FOUNDER OF VIBELAB & SPOKESMAN AND EXECUTIVE BOARD MEMBER FOR THE BERLIN CLUB COMMISSION

“In the unfortunate event of contagion, it would be possible to trace the entire network of contacts and isolate the origin in a few steps. Is the same type of treatment reserved for the overcrowded squares we see throughout Italy every day?” he asks, describing the demonisation of the club sector and lamenting the government’s management of club closures.
“They forced us to open so as not to give us economic aid. On August 16 they closed us without giving us anything.”
VINCENT DE ROBERTIS - GENERAL MANAGER (GUENDALINA CLUB, PUGLIA, ITALY)

The region’s mayor, Renata Tosi, asked Tito to open his club because “the tourist economy of Riccione needs your club,” he tells us. “They helped us, everybody in Riccione wanted the clubs to open. Everybody agreed with the decision of the Italian government. Even now it’s packed. The amount of people on the streets, hanging out on the beach… Outside of the clubs you can’t control that, you can’t trace them and you can’t remind them to stick to the rules.”
TITO PINTON - OWNER (MUSICA, RICCIONE, ITALY)

On one side you don’t give clear rules so everybody [has to] take their own responsibility. So the government gave responsibility to the regional governments and the regional governments gave responsibility to the promoters.
ALESSANDRO RAVIZZA - MANAGING PARTNER (DAZE EVENTS, ITALY)

Aus: Kiel | Registriert: Feb 2001  |  IP: [logged]
Steffen Landauer

Usernummer # 21989

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...ein Lied das man aus der Konserve hört...
...ist halt nicht so, wie man es spürt...

Die Ärzte, mit nicht nur diesem Statement...

https://www.youtube.com/watch?v=XslHAQQmijk

Aus: Herzogenaurach | Registriert: Aug 2019  |  IP: [logged]
soulstar

Usernummer # 5668

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nunja..es sollte der letzte verstanden haben das clubbing gerade keine perspektive hat.
Aus: marburg | Registriert: Apr 2002  |  IP: [logged]
Steffen Landauer

Usernummer # 21989

 - verfasst      Profil von Steffen Landauer     Eine neue privateMessage schreiben       Editiere/Lösche Post   Antwort mit Zitat 
Die Hoffnung stirbt zuletzt und die Bemühungen für die Szene wachsen, so ist mein Eindruck.

Einen Clubabend einem Konzert gleichzustellen ist doch ein Anfang...Edit: "Finanzen", mal schauen was sich daraus noch ergibt!?

Zudem ein Beispiel aus unseren Gefilden:

Die Betreiber und "Angehörigen" ;-) unserer RAKETE in Nürnberg haben nicht nur die StartNext Kampagne genutzt um Geld zu generieren, sondern trotzen sie der Lage und !bauen um.

Da habe ich gerne gespendet und freue mich für die jüngere Generation, wenn es bald weitergeht!

Außerdem spüre ich ne Art neue Loyalität der Veranstalter untereinander und die ausgeklügelsten Konzepte zur Einhaltung der Hygienemaßnahmen wurden vorgestellt.

Auch auf die Schnelltests setze ich meine Hoffnung...

Ich bin guter Dinge, das muss werden, keine andere Optio!!!


Gruß aus Franken, wo wir normalerweise einen Mindestabstand von 4 Metern pflegen ;-D ;-D ;-D

P.S.: Fazemag Artikel Spanien ...

https://www.fazemag.de/erste-grossveranstaltung-in-spanien-mit-covid-19-schnelltests/

Aus: Herzogenaurach | Registriert: Aug 2019  |  IP: [logged]
Omara

Usernummer # 11269

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douala auch am kämpfen...

https://www.schwaebische.de/landkreis/landkreis-ravensburg/ravensburg_artikel,-betreiber-des-ravensburger-kult-clubs-douala-will-nicht-aufgeben-_arid,11290273.html

Aus: bodensee | Registriert: Dec 2003  |  IP: [logged]
Steffen Landauer

Usernummer # 21989

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Link funzt nicht wegen 0,99€ Testabo.

Würde mich schon interessieren...


ThX und Grüsse

Aus: Herzogenaurach | Registriert: Aug 2019  |  IP: [logged]
Omara

Usernummer # 11269

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siehe hier [Smile]

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Jan Niemann

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Hey Leute,

Wir haben bei den Alarmstufe Rot Demonstrationen gesehen, wie viele Musiker und Mitarbeiter von Kulturstätten gerade mal um die Runden kommen in der Zeit dieser Pandemie. Besonders diesen Sommer hat man gemerkt, wie sehr die sozialen Aspekte ohne Livemusik und co. wegfallen.

Spendenaufrufe sind eine gute Gelegenheit, unsere Lieblingsclubs und Künstler zu unterstützen. Allerdings sollten Kunst- und Kulturschaffende genauso von der Regierung unterstützt werden wie andere Konzerne wie die im Tourismus.

Ich persönlich finde die jetzige Lage äußerst kritisch. Was meint ihr?

Schöne Grüße, Jan

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