This is topic Die Zukunft der Clubs - Genügen Spenden? in forum Clubs, Events, Bars & Partys at technoforum.de.


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Geschrieben von: chris (Usernummer # 6) an :
 
Liebe Bayern, liebe Münchner, liebe Auswärtige,

das Harry Klein hat eine Startnext-Aktion gestartet mit allerhand netten Goodies und Give-Aways und versucht, in den kommenden 48h noch die restliche Summe damit einzusammeln, um die laufenden Betriebskosten während der Pandemie weitestgehend zu stemmen.

Wer für seinen nächsten Song ein Video benötigt, wer bei einem Live-Stream im Club sein will, wer T-Shirts und Einkaufstaschen braucht oder in/um München für ein paar Stunden die Kinder betreut sehen will, all das gibt's u.a. bei der Aktion.

Ich hab' mich für mehr virtuelle Cocktails bereits entschieden, um so den Club zu unterstützen, wer also ebenfalls noch einen kleinen Beitrag leisten will, findet die Aktion hier, die so knapp kurz davor ist, das Ziel (25k) zu erreichen:
[hand] https://www.startnext.com/harry-klein-ich-mach-mit?fbclid=IwAR3XagIiV5BfbukJqN6bIj39MHpQzI0uKsRKEdYmfDKilOs1j00QvKdAt5I

Beste Grüße,
Chris

p.s. Ich hatte noch in Erinnerung, dass das ursprüngliche Ziel bei 25k lag und wir davon nur noch 1.050,- EUR weg gewesen wäre, habe vorhin aber etwas überrascht zur Kenntnis genommen, dass das Ziel nun bei weit über dem Doppelten ist, entsprechend müssen wir leider wohl realistisch sein?

[ 04.07.2020, 13:22: Beitrag editiert von: chris ]
 
Geschrieben von: soulstar (Usernummer # 5668) an :
 
hmmm...ich bin extrem zwiegespalten bei den ganzen spenden aufrufen für sterbende clubs, tour manager, magazine und wer noch so alles geld sammelt. ich habe an einigen stellen gespendet, für mich aber immer darauf geachtet das es auch wirklich sinnvoll ist. im grunde sind clubs nichts anderes als private unternehmen. ist schon klar das clubs wichtig für die szene sind...das sind aber viel andere dinge auch.

also wer sich nicht auch vor corona sozial eingebracht hat kann auf mein geld da nicht hoffen. im falle des harry weis ich das nicht genau, kenne den laden nicht aus eigener erfahrung, habe aber daher auch keinen bezug.

und am ende fürchte ich auch wird alles spenden nicht ausreichen. es ist verzwickt. die läden werden sich nicht mit spenden über wasser halten können... wenn clubs schließen werden sie platz für was neues machen... auch das kann eine chance sein, es gibt keine garantien...für niemanden.

bitte nicht negativ auffassen... das thema betrifft ja alle, nicht nur unsere szene.
 
Geschrieben von: chris (Usernummer # 6) an :
 
soulstar: du hast ja vollkommen recht, die frage ist, wann wem warum wie viel spenden, wie kommt die spende an, welchen nutzen hat sie oder ist das nur ein tropfen auf dem heißen stein, der schneller verdampft, als man gucken kann? jeder hält die hand auf, oft berechtigt, oft unberechtigt und aktuell sind natürlich clubs und künstler hierzulande - bis zum nächsten lockdown - die leidtragenden, wenn die geschäfte und restaurants wieder geöffnet haben, seit letzter woche hier im strengen bajuvarien / münchen sogar wieder ohne sperrstunde. und ja, clubs sind privatunternehmen und ebenso könnte jetzt auch wirecard um spenden bitten - aber da würde wohl niemand auf die idee kommen und auch nur einen cent spenden.
[Wink]

ich hab's hier mal mit gutem gewissen geposted, weil:

- viele tf'ler sich früher im ultraschall, harry klein 1 und harry klein 2 trafen, manche sich dort sogar kennen- und lieben lernten.
- wir im harry unser 10-jähriges mit acts ausschließlich aus dem forum feierten,
- pete und ich im ultraschall und harry auch hin und wieder auflegen durften und
- in zeiten von verlosungsaktionen und quiz wir vom harry immer irgendwelche super-feinen goodies bekamen, die wir verschenken durften, die jungs waren _immer_ spendabel
- man bei dieser aktion - bis auf die verlosung und den cocktail - zumindest auch einen gewissen gegenwert bekommt, also eben t-shirts, visuals für einen eigenen video-clip, ebensogar für münchner den dj benna als (ausgebildeten!) kinder-betreuer für ein paar stunden, man kurse für visuals ebenso als gegenleistung bekommt etc.pp.: die liste an goodies ist lang, die man als dankeschön bekommt.

du siehst, das forum und das harry sind seit langer zeit eng miteinander verbunden, auch wenn sich im verlauf des alters die bindung etwas löste, aber so ein post kostet nur ein paar augenblicke zeit und ist meine art, 'danke' zu sagen für die so langjährige 'beziehung', die genauso alt ist, wie das forum selbst.

sofern andere auch hier im unterforum ähnliches posten möchten, um 'ihren' club zu unterstützen, ist das partout eine gute sache, ich hab' gegen diese art der 'werbung' nichts, denn letzten endes muss jeder dann entscheiden, ob er mitmachen will - oder nicht.

wir stehen, so mein gefühl, noch vor unruhigen zeiten, auch wenn es sich momentan so anfühlt, als ob die erste pandemie-welle vorbei wäre. darauf 'n lecker würstchen von tönnies. und spätstens, wenn im herbst die leute alle wieder drinnen sind und eine neue welle über europa und den halben globus schwappt, wird die welt noch mehr 'anders wie vorher' aussehen und wir werden uns von vielen geliebten marken, brands, unternehmen - und clubs verabschieden müssen, so meine befürchtung.

in diesem sinne also, lang erzählt, dürfte sicher schlüssig sein und ja, dieses ganze spendengedöhns kann irgendwann auch nerven.
[Wink]
chris
 
Geschrieben von: soulstar (Usernummer # 5668) an :
 
alles cool... klar gehört das thema hierhin... ist ja auch wichtig... und das du als münchner und damit auch automatisch das TF da nen ganz anderten bezug zu hat ist auch vollkommen klar. ist beim mir ne eher generelle haltung und garnicht explizit aufs harry bezogen. hat nun halt nur den thread hier "getroffen"... wie gesagt ...auch garnicht bös gemeint. hatte mir die aktion auch vorher angeschaut und das harry hat sich da sehr ins zeug gelegt auch attraktive dinge an den start zu bringen. respekt dafür. [Smile]
 
Geschrieben von: chris (Usernummer # 6) an :
 
Ich hab' auch kein problem damit, wenn wir hier über das club-spenden-thema weterquatschen, der party-bereich ist ohnehin sehr, sehr ruhig hier *g*

Erbitte also quasi um Diskussionsstoff oder gern auch Links zu ggfs. "ungerechtfertigen" Spendenaktionen.
[Wink]
 
Geschrieben von: Quinto (Usernummer # 1412) an :
 
Mittlerweile gibt es ja mehrere Crowdfunding-Aktionen für diverse Clubs. - finde das nicht zielführend.

Aus mehreren Gründen:
- das Geschäftsmodell ist noch die nächsten Monate hinüber, da regulärer/anonymer Betrieb nicht erlaubt.
- das Publikum wird selbst bei Öffnung erstmal wegbleiben. Corona hat da auch psychisch eingeschlagen.
Heißt für mich: kaum ein Club wird überleben. Crowdfunding zögert es nur hinaus.

Finde ich auch schade, aber das Modell „wild durcheinander treffen und gemeinsam unbekannt Zeit verbringen“ ist gerade und demnächst nunmal nicht möglich. Daher ist die Aufrechterhaltung nunmehr ehemaliger Spielstätten nicht klug. Fatalistisch: ist halt so. Aber auch: kann man später neu aufbauen. Der Gedanke, das Wissen ist dank Internet/Socialmedia noch da und wird dort überleben. Auch die Akteure sind ja nicht weg. Und neue Räume werden wir uns dann schaffen, wie die letzten 30 Jahre.
 
Geschrieben von: Hyp Nom (Usernummer # 1941) an :
 
Zitat:
Ursprünglich geschrieben von: Quinto:
Heißt für mich: kaum ein Club wird überleben. Crowdfunding zögert es nur hinaus.

so sieht's leider wohl aus.

das sprengt jedes vorstellungsvermögen: auf der ganzen welt gibt es seit vier monaten so gut wie keine musik- und kaum kulturveranstaltungen mehr. statt täglich hunderttausender events seither quasi zero.

wie DJ Emerson im interview im anderen thread sagte: in vielen ländern wird die clubszene (und man kann allgemein sagen: musikveranstaltungsszenen) jetzt weggebügelt. der ganze DJ-zirkus der welt ist am ende. wer hätte diesen epochalen einschnitt noch anfang des jahres geahnt?

auch wenn sie wieder aufmachen dürfen, wird sich für die meisten clubbetreiber ein betrieb mit stark verringerten kapazitäten nicht lohnen. an acts und DJs von fern, denen flüge bezahlt werden müssen, gar nicht zu denken. es wird einfach kein geld mehr da sein. und kredite wirds keine geben wegen der unsicherheit.

es wird sich alles im großen stil neu bilden, es geht wieder im underground los, und dort wo veranstaltungsräume "eingebettet" sind, wie in tanzschulen (die ja schon wieder laufen), hotels, subventionierten kulturzentren. also irgendwo in den '60ern oder '70ern.
 
Geschrieben von: dauerwellen (Usernummer # 4984) an :
 
Es ist in vielen Branchen so das Flexibilität
jetzt bei Arbeitnehmern nötig ist.
Ein DJ hat keine beruflichen Fixkosten kann also jede Art von Tätigkeit annehmen um über die Runden zu kommen.
Ein Lebensstandard kann und sollte nicht vom Staat finanziert werden.
Clubbesitzer eher nicht, da werden wohl wirklich
Existenzen dran hängen wenn investiert wurde.
Hoffe die haben Kreditausfallversicherungen abgeschlossen.

Wenn ich ehrlich bin, hat das Clubgeschehen keinen Einfluss mehr auf mein Leben.
Es hat mir ja vorher nicht gefehlt, fehlt mir jetzt also auch nicht.
Die fehlenden Fans im Stadion sind dagegen allgegenwärtig.
 
Geschrieben von: Hyp Nom (Usernummer # 1941) an :
 
denke auch, dass die meisten im forum vom clubgeschehen schon lange entkoppelt sind.

das sonstige internationale musikleben ist ja leider genauso betroffen. wie sollen bands professionell weitermachen? da der tonträgermarkt weggebrochen ist, bleibt heute fast nur das live-spielen. konzertläden für mittelgroße und internationale bands müssen mehr oder weniger täglich programm bringen, damit die rechnung aufgeht. die terminierung hat monate vorlauf, also 100 bands und mehr müssen im voraus gebucht sein. bands wiederum brauchen jeden tag eine neue location in erreichbarer nähe.
für die läden macht es keinen sinn, mit beschränkten kapazitäten aufzumachen, und für bands macht es keinen sinn, auf tour zu gehen, wenn nicht genug läden für eine kontinuierliche reihe von auftritten da sind.. dazu die unsicherheit, ob die läden überhaupt noch da sind nach monaten planungsvorlauf. die vorinvestitionen in eine tour sind da viel zu riskant.

beim fußball hätte ich allerdings nichts dagegen, wenn die clubs der großen ligen in ihren blasen samt und sonders pleite gehen.
 
Geschrieben von: chris (Usernummer # 6) an :
 
Mixmag: "Carl Cox has spoken out about recent illegal raves, saying "it's not the answer to this.""
[hand] https://mixmag.net/read/carl-cox-illegal-raves-covid-19-lockdown-coronavirus-police-news

"(...)A number of illegal raves have taken across the UK, as clubs are still shut and festivals are postponed due to COVID-19. The most notable raves were in Greater Manchester, with 6,000 in total attending the two, leading to one death, a sexual assault and stabbings.
Carl Cox spoke to Sky News, saying he understands why so many raves are taking place, but expressing concern at the same time.

"These illegal parties are basically done out of frustration. Just done out of showing it's our right to do what we want to do. It's not the answer to this."
(...)
"
 
Geschrieben von: Hyp Nom (Usernummer # 1941) an :
 
für berufs-DJs ist es natürlich nichts, weil da kein geld rumkommt..
die sehen es natürlich nicht so gern, wenn die party ohne sie weitergeht..
 
Geschrieben von: s.sheppert (Usernummer # 16699) an :
 
Interessant auch was Westbam vor 14 Tagen dazu sagte, der das Clubsterben in gewisser Weise befürwortet

>>ttt - das langsame Sterben der Clubs<<

Westbam is so ab Minute 5:02 zu hören/sehen
 
Geschrieben von: wizard of wor (Usernummer # 5122) an :
 
Zitat:
Ursprünglich geschrieben von: s.sheppert:
Interessant auch was Westbam vor 14 Tagen dazu sagte, der das Clubsterben in gewisser Weise befürwortet

>>ttt - das langsame Sterben der Clubs<<

Westbam is so ab Minute 5:02 zu hören/sehen

Der Sprecher sagt auch gleich darauf, dass Westbam leicht reden hat, dem stimme ich auch zu. Der hat den Kragen voll...
Sicher, das hat schon was wenn wieder illegal oder eben einfach nur aus Spaß an der Freud gefeiert wird.
Vielleicht wäre es aber auch gerade jetzt ein guter Zeitpunkt um darüber nachzudenken selbst einen Club zu starten. Die Lage ist zwar noch unsicher aber es wird wohl nicht ewig so sein und der Zulauf könnte enorm werden. Startkapital vorausgesetzt, die Banken würden so ein Projekt zum jetzigen Zeitpunkt wohl nicht unterstützen...
 
Geschrieben von: soulstar (Usernummer # 5668) an :
 
ich bin im grunde ganz bei westbam.
ist schon interessant wie eine kultur die von veränderung, erneuerung und fortschritt lebt(e) nun so große angst davor hat.
scheint so als wäre man nun selbst das establishment.
...ist schon klar...vom underground kann man nicht leben. aber im grunde auch mal gut das der beruf des dj mal wieder zurechtgerückt wird.
 
Geschrieben von: wizard of wor (Usernummer # 5122) an :
 
Zitat:
Ursprünglich geschrieben von: soulstar:
aber im grunde auch mal gut das der beruf des dj mal wieder zurechtgerückt wird.

Wie sollte ein Beruf, bei dem man nichts mehr verdient, durch Corona zurechtgerückt werden??

Die "Illegal Zeiten" in dem Sinne sind doch längst Geschichte und Privatparties ohne Abstand, ohne Hygiene sind derzeit einfach nur fahrlässig.
Ich muss meinem Sohn mühsam verklickern, dass er aufpassen muss wenn er sich mit Freunden am See trifft, damit er nichts nach Hause schleppt was der Familie, inklusive Oma schaden könnte.

Mir schleierhaft was an solchen Veranstaltungen toll sein soll außer, dass die Beteiligten sich die Birne wegschießen wie immer, sich einem neuen Risiko aussetzen und dabei das erhebende Gefühl haben, illegal unterwegs zu sein... Bravo!
 
Geschrieben von: soulstar (Usernummer # 5668) an :
 
damit hier keine missverständnisse aufkommen wiz: ich bin gegen illegale raves, zumindest in corona zeiten. ich habe auf soundcloud auch schon sets und mitschnitte von illegalen partys abgelehnt und mir damit nicht nur freunde gemacht.

aber der "beruf DJ", der nie einer sein sollte, wird eben durch die corona krise wieder zurechtgerückt, will heissen "auf den boden der tatsachen zurückgeholt"... und mal zurück zu den wurzeln zu gehen wird der szene nicht schaden sondern sie von innen erneuern. und das begrüße ich.
 
Geschrieben von: Steffen Landauer (Usernummer # 21989) an :
 
Grob-
Ja, es tut sich was-🍀im un🍀

Im Detail bleibt halt wenig Zeit für einen ‚richtigen‘ Beruf, steckst Du erstmal🤩drinnen.

Ich bin aber auch mehr als gespannt, wie sich das auf die Schwarzarbeit auswirkt😜
 
Geschrieben von: chris (Usernummer # 6) an :
 
Indoor concerts will be allowed to take place in England beginning August 2020 — the first time since COVID-19 hit — as the country enters Phase 4 of its five-stage reopening plan for live events.

Announced by U.K. Prime Minister Boris Johnson, the Department for Digital, Culture, Media and Sport will first be holding test runs with socially-distanced audiences to create the final and formal guidelines for August 2020.

The announcement also revealed that venues will not be allowed to open at full capacity and tickets will be sold online in order to reduce person-to-person contact. Additionally, social distancing markers will be placed for the audience, while venues will have to undergo deep cleaning measures and operate with staggered performance schedules. “Audiences, performers and venues will be expected to maintain social distancing at all times,” the notice said.

(...)
[hand] https://hypebeast.com/2020/7/england-allow-indoor-concerts-august-2020-coronavirus
 



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