Autor
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Thema: Michael Moore (Bowling for Columbine, Stupid White Men) demontiert
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Hyp Nom
Morgen Wurde
Usernummer # 1941
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verfasst
unter dem titel "Der Scheinheilige" gabs in der 'Welt am Sonntag' mal eine etwas andere sicht auf Moores werke zu lesen:
"... Michael Moore ist ein Meister darin, offene Türen einzurennen, falsche Fakten zu verbreiten, komplexe Zusammenhänge unzulässig zu vereinfachen und sich dabei stets zum einsamen Kämpfer gegen eine übermächtige reaktionäre Zensurverschwörung zu stilisieren.
Die Liste der Vorwürfe, denen sich der klassenkämpferische Selbstdarsteller in seiner Heimat ausgesetzt sieht, ist lang. Moore, der vorgebliche Faktenhuber, gibt in seinen Filmen inszenierte Szenen als dokumentarisch aus und verwendet immer wieder falsche Zahlen. Nur so erreicht er den verblüffenden Effekt, dass alle Details scheinbar ausnahmslos seine Argumentation stützen. Die Szene in "Bowling for Columbine", wie Moore in einer Bank ein Gewehr als Werbegeschenk bekommt, ist offenbar verfälschend nachgestellt. Auch Titel und Kernthese des Films sind irreführend...
Die Datenmasse der Kritiker ist erdrückend. Neutrale Rechercheure der Website "Spinsanity.org", die es sich zur Aufgabe gemacht haben, "politische Rhetorik mit Vernunft zu kontern", listen diverse Fehler in Moores Büchern auf...
In seiner Heimat wird der sich subversiv gebende Medienunternehmer dafür schon länger kritisiert. Und zwar nicht nur - erwartungsgemäß - aus konservativen Kreisen, sondern - besonders wütend - von Teilen der politischen Linken. Gerade sie beobachten Moores Erfolg mit zusammengebissenen Zähnen.
Moore sei "großmäulig, egoistisch und unwitzig". Er reagiere auf Kritik mit hanebüchenen Verschwörungstheorien. Der selbst ernannte Arbeiterfreund hindere seine Mitarbeiter daran, sich gewerkschaftlich zu organisieren, und wohne in einem 1,27 Millionen Dollar teuren Appartement.
In seiner Heimat ist Moores Image beschädigt. Die Linke könne gut ohne ihn auskommen, findet "Salon.com"...
Deutsche Leser und Zuschauer sind noch nicht so weit. Michael Moore muss man hier zu Lande als kritischen Kopf einfach mögen. Schließlich, so die weit verbreitete Meinung, traut sich außer ihm niemand, gegen das patriotisch motivierte Denkverbot der Bush-Regierung nach dem 11. September und dem Irak-Krieg aufzubegehren.
Moore fehlt jene analytische Tiefe, die seinen Mut in Verantwortung verankern würde, und jene Seriosität, die seine Anklagen erst relevant machte. Stattdessen bestätigt der joviale Dicke mit der Baseball-Mütze lediglich dumpfe antiamerikanische Stereotype und arbeitet mit vulgärsozialistischen Klischees.
"In den USA sind Moores Werke Teil einer selbstkritischen Debatte", sagt der SPD-Politiker Karsten Voigt: "Hier dienen sie dazu, gängige Vorurteile zu bestätigen."
"Bei Michael Moore müsste jeden aufrechten deutschen Linken das Grauen erfassen", sagt Hans J. Kleinsteuber, Politologe und Medienwissenschaftler an der Uni Hamburg: "kein roter Faden, keine große Gesellschaftsanalyse, keine Theorie". Moores Werke seien "eine Sammlung von Impressionen, komplett unwissenschaftlich, mitunter fragwürdig".
Dank Moores Werken geben sich kritische Bürger mit allzu schlichten Erklärungen zufrieden, wie die Welt funktioniert. Nach dem Kinobesuch wird der USA-Urlaub storniert, und das Gewissen ist beruhigt. Die da oben klüngeln ja doch, wie sie wollen."
www.wams.de/data/2003/08/24/158546.html
Aus: Kiel | Registriert: Feb 2001
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TEKK
   
Usernummer # 2612
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verfasst
Zitat:
Moore fehlt jene analytische Tiefe, die seinen Mut in Verantwortung verankern würde, und jene Seriosität, die seine Anklagen erst relevant machte. Stattdessen bestätigt der joviale Dicke mit der Baseball-Mütze lediglich dumpfe antiamerikanische Stereotype und arbeitet mit vulgärsozialistischen Klischees.
"In den USA sind Moores Werke Teil einer selbstkritischen Debatte", sagt der SPD-Politiker Karsten Voigt: "Hier dienen sie dazu, gängige Vorurteile zu bestätigen."
"Bei Michael Moore müsste jeden aufrechten deutschen Linken das Grauen erfassen", sagt Hans J. Kleinsteuber, Politologe und Medienwissenschaftler an der Uni Hamburg: "kein roter Faden, keine große Gesellschaftsanalyse, keine Theorie". Moores Werke seien "eine Sammlung von Impressionen, komplett unwissenschaftlich, mitunter fragwürdig".
Dank Moores Werken geben sich kritische Bürger mit allzu schlichten Erklärungen zufrieden, wie die Welt funktioniert. Nach dem Kinobesuch wird der USA-Urlaub storniert, und das Gewissen ist beruhigt. Die da oben klüngeln ja doch, wie sie wollen."
Besser hätte man es wohl nicht ausdrücken können, lang lebe die Selbstherrlichkeit.
Aus: Munich X | Registriert: May 2001
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AlphaNr.Ic
  
Usernummer # 8700
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verfasst
man glaube nur seinen eigenen wissen....
wie man es sehen will...es ist immer irgéndwas falsches und was richtiges enthhalten egal ob boulevard oder seriöse schriften....
alles wird von etwas gesteuert!!
Aus: Minga | Registriert: Mar 2003
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sinus force
hirnsalbe
Usernummer # 7145
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was wahres is sicherlich dran an dem was er sagt.. wenn er allerdings wirklich so krass manipuliert an den fakten usw. is er auch nich besser als die regierung.. eine frage stellt sich mir dann aber doch noch: wer ausser ihm erhebt denn überhaupt noch die stimme "dagegen" mit solcher medienpräsenz? da fällt mir keiner ein.. würde mich mal interessieren ob es noch verlässlichere quellen aus den usa gibt.. washington post zb? mh
Aus: Fulda | Registriert: Sep 2002
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triPle x
   
Usernummer # 4671
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verfasst
schöner artikel...
ich finde die leute immer zu geil die behaupten sie kennen sich mit den usa aus weil sie stupid white man gelesen haben, oder bowling for columbine gesehen haben....
michael moore und van helsing:)))
Aus: A | Registriert: Jan 2002
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AlphaNr.Ic
  
Usernummer # 8700
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verfasst
naja habs auch gelesen und war schon sehr erschüttert...aber in diesem buch waren ja alle zahlen mit quellen etc. versehen...
das ich mich mit amerika deswegen aber auskenne würde ich nie behaupten...
dennoch läuft in diesem land (genauso wie bei uns auch) einiges verkehrt und irgendwas sollte schon getan werden - und wenn es auf diese art und weise ist - darauf aufmerksam zu machen.
Aus: Minga | Registriert: Mar 2003
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H*P
VisioLab
Usernummer # 240
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verfasst
WAMS: Axel Springer AG - WELT.de - Axel-Springer-Straße 65 D - 10888 Berlin E-Mail: redaktion@welt.de
Sollte man auch erwähnen.
Michael Moore ist sicherlich ein Vertreter des umstrittenen investigetativen Journalismus ... aber Wallraff war das ja auch.
Aus: Aus dem größten Dorf der Welt - München | Registriert: Feb 2000
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GnorkZomb
aka enjumi
Usernummer # 2349
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verfasst
also den Film Bowling For Columbine fand ich sehr unterhaltsam, aber sein Buch "Stupid White Men" schaff ich nicht zuende zu lesen. Er benutzt nämlich viel zu oft das was ich am wenigstens mag: Schwarzweissmalerei. So von wegen alle Leute die ihm jemals als Böse vorgekommen sind waren weisse und dann ein paar friedvolle HipHopLyrics drunter.
So macht er es sich doch sehr einfach.
Wichtig ist er dennoch, alleine als Aufwühler wie man bei der Oscar Verleihung gesehen hat.
Aus: Ludwigshafen | Registriert: Apr 2001
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shadow
   
Usernummer # 1472
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verfasst
Nachdem ich mir "Stupid White Men" durchgelesen hatte war ich auch erstmal sehr entäuscht von Mr. Moore. Viele der Zahlen in den Buch scheinen mir maßlos übertrieben und seine Argumentation ist stellenweise aberwitzig. Das ändert aber nichts daran, dass er einer der wenigen Amerikanischen Autoren ist, der sich traut offensichtiliche Misstände anzusprechen. Auch wenn wohl leider nur die Hälfte seiner "Fakten" der Wahrheit entsprechen.
Aus: D, 86673 Bergheim | Registriert: Dec 2000
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derFlo
  
Usernummer # 4225
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verfasst
Ich habe es noch nicht einmal fertiggelesen, sein Buch "Stupid White Men".... nach 2/3 wurd es mir irgendwann zu blöd. Argumentationen, formuliert wie für ein Kleinkind.....Villeicht mag es an der teilweisen schlechten Übersetzung liegen. Ich denke eher mal, das dieses Buch eher für den amerkikanischen Markt bestimmt ist, mich jedenfalls konnte es keinen Meter beeidrucken.
Aus: dahaam | Registriert: Nov 2001
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chillcore
Aciiiiid
Usernummer # 6797
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verfasst
<schreibflash>
"Stupid White Men" ist schon ein recht gutes Buch - auf seine Weise. Es kommt halt drauf an, wie man es liest. Wenn man es natürlich als wissenschaftliche Abhandlung mit analytischer Tiefe versteht, dann wird's nix werden - mit dem Leser aber auch nicht mehr. Es ist eine Polemik, ich kann mich nicht erinnern, dass Moore daraus einen Hehl macht und jeder, der das nicht erkennt ist entweder zu blind oder arbeitet bei Springer.
Ob er persönlich nun ein netter Kerl ist oder nicht, ist mir ziemlich egal. Wichtig ist, dass viele Punkte in dem Buch und in "Bowling for Columbine" wahr sind - ob das von ihm gezeichnete Ausmaß so existiert ist mir bei der Art der Erzählung erstmal nicht so wichtig. Das zu recherchieren, dafür gibt's nun andere Quellen mit mehr wissenschaftlichem Anspruch.
Was den Artikel in der wams und journalistische Qualität angeht:
Zitat:
Leider fehlt Moore jene analytische Tiefe, die seinen Mut in Verantwortung verankern würde, und jene Seriosität, die seine Anklagen erst relevant machte.
nun ja, hochgestochener Quark (wenn auch nicht vom Autor des Artikels). Man muß sich nicht gleich in analytischer Tiefe ergehen, um Mißstände anzuklagen - Polemik und Übertreibung eignet sich zumindest dann besser, wenn man überhaupt wahrgenommen werden möchte. Dann muß man natürlich damit leben, dass die Anklagen kritisch hinterfragt werden, ist doch ok. Wenn der gute Herr Amerika-Experte dann halb beklagt "Unsere USA-Analysen liest ja jetzt keiner mehr", dann hat er vielleicht Recht. Nur hat die vorher auch schon kaum einer gelesen und es ist ihnen offensichtlich auch nicht gelungen, eine breitere Öffentlichkeit zumindest zum Nachdenken zu bewegen.
Zitat:
Bei seinen Diskussionen trifft er immer wieder auf die gleichen Klischees: Die USA betrieben eine egoistische, auf den eigenen materiellen Vorteil bedachte Außenpolitik. "Natürlich verfolgen die Amerikaner auch nationale Interessen. Die Frage ist jedoch, wie hoch dieser Aspekt veranschlagt wird" [...]
Um das zu beurteilen brauche ich keinen Michael Moore, da schaut man sich die Geschichte der letzten 50 Jahre an und dann mag der Karsten Voigt mir mal beweisen, dass das ein Klischee ist. Wenn er möchte kann er dabei mit Quellen ganz anderer Qualität begraben werden.
Und der Artikel selber ist nun auch alles andere als besser, z.B.:
Zitat:
Moore sei "großmäulig, egoistisch und unwitzig". Er reagiere auf Kritik mit hanebüchenen Verschwörungstheorien. Der selbst ernannte Arbeiterfreund hindere seine Mitarbeiter daran, sich gewerkschaftlich zu organisieren, und wohne in einem 1,27 Millionen Dollar teuren Appartement.
das mag ja durchaus sein. Nur steht im ganzen Artikel nicht, wer da überhaupt zitiert worden ist. Zum anderen scheint der Autor des Artikels ja selber nicht zu wissen ob das stimmt, das ganze steht im Konjunktiv. Warum eigentlich? Kann ja nicht so schwer sein, das zu recherchieren. Aber egal, wir schmeissen das mal ohne Quelle im Konjunktiv in den Raum.
Zitat:
Dank Moores Werken geben sich kritische Bürger mit allzu schlichten Erklärungen zufrieden, wie die Welt funktioniert.
wir erklären den kritischen Bürger mit Moore-Büchern im Besitz mal eben pauschal für dämlich...
Zitat:
Deutsche Leser und Zuschauer sind noch nicht so weit.
...und den Rest gleich mit.
Zitat:
Offensichtlich gebe es angesichts von Bushs effizienter Regierungs-PR in Deutschland das Bedürfnis, die Kehrseite Amerikas zu betrachten. Dass diese an sich wichtige Aufgabe "allein Michael Moore überlassen wird, ist aber eher tragisch", so Kleinsteuber.
schönes Zitat - leider komplett unwissenschaftlich und nichts weiter als eine Impression (also genau das, was er Moore vorwirft) eines scheinbar frustrierten Wissenschaftlers. Wer überläßt das "allein Moore"? Wie kommt er überhaupt darauf? Gerade als Amerika-Experte sollten ihm zumindest ein paar der üblichen Verdächtigen, die sehr wohl wahrgenommen werden und auf einem ganz anderen Level argumentieren, bekannt sein (Chomsky wäre da ein Paradebeispiel).
Zitat:
Er ist der Held der Anti-Globalisierungs-Bewegung, die sein Konterfei neben dem Che Guevaras auf Plakaten zur Demonstration trägt.
davon würde ich gerne mal ein Photo sehen, ich hab sowas noch nie gesehen.
Zitat:
Dass beispielsweise die große "New York Times" Bush-kritische Essays von Susan Sontag druckt, die US-Medien also keineswegs gleichgeschaltet sind, wird gern vergessen.
dass irgendwo in der NY-Times irgendwann irgendwelche Essays erscheinen, ist also ein Beweis dafür, dass keine Gleichschaltung existiert. Ah ja.
Ich finde Moores Thesen teilweise ja auch abenteuerlich, "Bowling for Columbine" kann ich auch nicht als Dokumentation verstehen und ich find's auch gut, Moore um den Latz zu hauen, wenn er zu offensichtlich versucht zu manipulieren. Aber der Artikel in der Welt ist genauso manipulativ - allerdings im Gegensatz zu Moore kein Stück witzig.
</schreibflash>
Aus: wattenscheid. | Registriert: Aug 2002
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James_Holden
    
Usernummer # 1937
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verfasst
....aus thread flötistin wird djane :
Zitat: James_Holden 100 Usernummer # 1937
verfasst 05-08-2003 21:22 -------------------------------------------------------------------------------- /semi-OT
http://www.hardylaw.net/Truth_About_Bowling.html
....sebst die, die faker zu entlarven versuchen muss man nicht immer glauben schenken....
mir fällt dazu der satz ein: "three sides to every story. yours. mine. and the truth"
fazit: ein nettes zitat aus The Italian Job:
"Trust everyone.Just don't trust the devil inside them!"
/semi-OT out
Aus: Bangkok, Earth, Solar System | Registriert: Feb 2001
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Lame
Nörd
Usernummer # 692
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verfasst
hm, herr kleinsteuber, wer moore als wissenschaftlichen theoretiker zu verstehen versucht, oder ihn eben in diese ecke zu drängen, hat irgendwie was nicht verstanden. genauso gut könnte man der bild-zeitung mangelnde wahrnehmung eines lehrauftrags vorwerfen. ist halt eher ein populär-unterhaltender ansatz, der es vielleicht auch weniger ´kopflastigen´ lesern einfach macht, sich gedanken zum thema macht und mißbrauch zu machen. wer das dann als singulären ansatz zur erklärung dieser mechanismen versteht, hat ebenfalls was nicht verstanden *g* das moore selber leichen im keller haben soll, wundert mich auch nicht, welche öffentliche person ist schon wirklich sie selber? auch wenn es hier natürlich den faden geschmack von "wasser predigen, wein trinken" bekommt.
Aus: Mainz, wie es fiept und kracht | Registriert: Jul 2000
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Kosmo
     
Usernummer # 2389
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Ich habe heute den Artikel mal gelesen. Sicher steckt auch ein Fünkchen Wahrheit drinne, man sollte aber auch sehen, daß "die Welt" eher dem konservativen Lager zuzuordnen ist. Eine gewisse Häme gegenüber der Linken konnte ich jedenfalls erkennen, so glaube ich. Lames Posting triffts ganz gut. [ 27.08.2003, 23:49: Beitrag editiert von: Kosmonaut ]
Aus: HRO | Registriert: Apr 2001
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dipol
   
Usernummer # 6415
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verfasst
den politischen teil der wams kann man sowieso getrost vergessen. kultur und lebensart sind die lesberaren teile.
Aus: dem Pütt | Registriert: Jun 2002
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Hyp Nom
Morgen Wurde
Usernummer # 1941
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verfasst
@ ds der artikel war die titelseite des kulturteils.. ,)
Aus: Kiel | Registriert: Feb 2001
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dipol
   
Usernummer # 6415
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verfasst
mag sein. ich hab' fast schon mit so einer antwort gerechnet, da ich die entsprechende wams noch nicht gelesen habe, und mir schon beinah dachte, daß dies im kulturteil zu finden ist. andererseits wollte ich jetzt auch nicht ein detailliertes ausschlußposting abgeben. man nehme kultur und lebensart als meine meistgelesenen teile und subtrahiere die politik. allerdings habe ich auch schon im reiseteil ein photo vom strand auf sizilien gefunden, wo ich vor ca. 18 jahren war. das ist ja auch nicht zu verachten. :-)
Aus: dem Pütt | Registriert: Jun 2002
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Elias@Rafael
Soulseeker
Usernummer # 5404
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verfasst
Springer und Bush hin und her ...
Michael Moore ist für mich ein niveauloser Prolet. Sein in der Tat völlig langweiliges, unwitziges und sinnloses Buch konnte ich auch mit viel gutem Willen nicht zu Ende lesen, gut dass ich mir den Film nicht angeschaut habe.
Aber Politik-Entertainment ist nun mal ein zynisches auf Polemik basierendes Geschäft und ob die Protagonisten nun Reagan, Schill, Moore oder Mohammed Saïd al-Sahhaf heißen, wichtig ist unter dem Strich immer nur der persönliche Erfolg.
Dienstag, 26. August 2003 Mehr von Michael Moore Vom Tellerwäscher zum Arbeitslosen
Um Amerika kennen zu lernen, kann man sich einen Reiseführer kaufen. Oder man liest "Querschüsse". Wer Variante eins wählt, wird nach der Lektüre in heller Vorfreude die Koffer packen und den Flug buchen. Gibt man jedoch Moores Buch den Vorzug, wird man spätestens nach dem dritten Kapitel verschämt den "Stars and Stripes"-Aufkleber vom Kühlschrank kratzen und sich bei McDonald's nur noch mit Schutzweste blicken lassen. Nicht umsonst schreibt Moore "warnende Worte zu diesem Buch" gleich ins Vorwort. Übrigens, "Querschüsse" ist sein Erstling. "Stupid White Man", hierzulande vorher erschienen, ist im amerikanischen Original der Nachfolgeband. "Querschüsse", das genauso gut "Vom Tellerwäscher zum Arbeitslosen" heißen könnte, führt uns ins Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten: Die Politiker sind korrupt, die Firmen terroristisch und Steve Forbes war ein Außerirdischer. Wenn es nach Moore ginge, könnte sich so einiges ändern an den Vereinigten Staaten von Amerika. Allen voran dieser Name. Dabei endet seine Kritik nie darin, etwas einfach nur schlecht zu machen. Konstruktiv zeigt er immer auch Verbesserungsvorschläge auf - selbstverständlich ernst gemeinte. "I have a dream..." "Gesundschrumpfung" ist das Schlüsselwort in Moores Beschreibung des längst real gewordenen amerikanischen Alptraums: "Du arbeitest hart, dem Unternehmen geht es gut - und du wirst entlassen". Auch Doppelmoral ist in den USA an der Tagesordnung, insbesondere was Abtreibungen betrifft. Moore geht mit dem sonst so ernst behandelten Thema auf ironische Weise um, die nach dem ersten Lachen dennoch zum Nachdenken anregt. In dem mit "Spermien haben ein Recht auf Leben ", betitelten Kapitel wird ein von Moore oft genutztes Stilmittel deutlich. Er spricht nicht nur ohnehin meinungskonforme Leser an, sondern erreicht durch überspitzte Affirmation - ad absurdum geführt - zusätzlich seine Gegner. Natürlich kommt auch das Weiße Haus nicht zu kurz. Statt Politikern könne man doch gleich die dazugehörigen Lobbyisten wählen, analysiert der Autor die Lage. Wobei er das Wahlszenario an sich sowieso gerne durch diverse, publikumsträchtige Wettkämpfe ersetzen würde. Manch ein deutscher Leser wird bei Moores Kritik auch an die Heimat denken: "Vielleicht geht die Mehrheit der Amerikaner deshalb nicht mehr zu den Wahlen, weil die Bürger es satt haben, immer nur zwischen Kasperl und Seppl wählen zu dürfen", bringt Moore das Debakel auf den Punkt. Interaktiv begleitet wird diese These von einem praktischen Teil, in dem der Leser den Bleistift zücken muss. Der Autor berichtet nicht nur, er lässt den Leser erfahren, was er ihm vermitteln will. Und Erfahrungen können auch schmerzhaft sein. Dabei sind Moores Thesen nie in den Raum gestellte Behauptungen. Er untermauert sie mit zahlreichen gut recherchierten Beispielen. Aber Achtung: Moore lässt die Deutschen nicht nur den Kopf über die Amerikaner schütteln. So schlägt er etwa vor, man hätte den Juden nach dem Zweiten Weltkrieg Bayern geben sollen. Das, so Moore, hätte Deutschland wenigstens richtig weh getan. Bei der Beschreibung der Touristen in Florida kommen die Deutschen nicht besser weg als in den Ballermann-Artikeln der Klatschpresse. Wer aber auf die Idee kommt, sich darüber aufzuregen, hat Moores Buch nicht verstanden. Anja Pernsot Michael Moore: "Querschüsse. 'Downsize This!'", München: Piper Verlag, 2003, 12,90 Euro, 313 Seiten. [ 28.08.2003, 13:49: Beitrag editiert von: Elias@Rafael ]
Aus: Krefeld | Registriert: Mar 2002
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Lame
Nörd
Usernummer # 692
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verfasst
downsize this -> querschüsse?! wer ist eigentlich immer für diese gelungenen namensübersetzungen zuständig?
Aus: Mainz, wie es fiept und kracht | Registriert: Jul 2000
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BrainSaw
   
Usernummer # 2692
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verfasst
moore, der wissenschaftler.
ich mag den witzigen kautz aber, genauso wie ich die gesellschaftskritischen ansätze von south park mag, der humor der beiden ähnelt sich nämlich sehr. (weiss ja, dass moore kein komiker ist/sein will, sehe ihn aber trotzdem so, als kabarettist der alten schule mit politischem ansatz ) bowling for columbine wahr natürlich übertrieben, denn auch kanadier schließen ihre türen ab aber die idee des films wahr ja eher, die menschen zum denken anzuregen, und dieses ziel hat er erfüllt. es ging ja nicht darum einen nobelpreis im bereich der soziopolitischen analysen zu erringen. stupid white man hab ich nicht gelesen, stehe nämlich nicht so auf geschriebene polemik, im kino kommt sowas viel reisserischer. und wenn ich mir was ernsthaft amerikakritisches anschauen will, dann les ich einige berichte von amnesty international, dann ist mir nicht mehr zum lachen zu mute.
Aus: Berlin-Moabit-Gangstaghetto | Registriert: May 2001
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NsX
 
Usernummer # 9679
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verfasst
Endlich mal wird Moore als das bloßgestellt was er ist; ein mieser kleiner Lügner, der der Welt das erzählt was sie hören will, und dabei Millionen scheffelt. Daß er dabei in einem Buch mehr lügt als Bush und sein Team im ganzen Leben stört den Pöbel eh nicht
Aus: Dorf | Registriert: Jun 2003
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tanzend-gelber-vogel
Usernummer # 7315
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verfasst
ich finde es einfach S.cheiße wie ihr euch hier über jmd. aufregt der eigentlich nur die doppelmoral der amis zur schau stellt.......ich habe den film gestern gesehen und mir pers. ist der typ ansich sowas von wurscht "leben und leben lassen" ....doch die mistände, doppelmoral etc. der amis lassen sich nicht einfach durch die "demontage" einer einzigen person einfach ausradieren! sein buch oder bücher würde ich mir ansich nie im leben antun, doch den film fand ich ansich recht interessant.... zwar hat er schon etwas "gelenkt" ...aber unter manipulation verstehe ich etwas anderes..... der film sagt aus "bild du dir deine meinung" ....und jmd. der sich mit dem eigentlichen themata beschäftigt zieht sich an so kinderkakke wie der persönlcihkeitsstruktur des macher nicht hoch!! ....nicht moore ist die vereinigten staaten die ein sozialsystem unter aller sau haben, nicht moore ist es der groß nach außen hin schreit es würde sich für die menschenrechte einsetzen und im eigenen land stinkt diese zum himmel! nicht moore ist es der anderen ländern ihre ansichten auf auge drücken will...... nicht moore ist es der den krieg im irak eröffnete ......nicht moore ist es der sich zigtausen schwarze aus afrika ins land holte um diese zu versklaven,.......nicht moore ist es der die ureinwohner abschlachtete.-...... nicht moore ist es der als erste und einzige nation nuklearwaffen einsetzte (und das dann auch nur der menschlichkeit halber) ....nicht moore ist es der einen jungen in handschellen abtransportierte weil er seiner schwester beim pipi machen geholfen (gehoben) hat ...... nicht moore ist es der einen scheißdreck auf umweltschutz gibt und als einzige nation sich geweigert hat das kioto-protokoll zu unterzeichnen ......nicht moore ist es der seine gefangenen in den haftanstalten behandelt wie abschaum oder sogenannte bootcamps errichtet.....nicht moore ist es der gegen demonstranten die an sich ihrem recht der freien meinungsäußerung in einer demokratie nachgehen mit schlagstöcken etc. die knochen bricht .....nicht moore ist es der unter dubiosen gegebenheiten zum präsidenten der vereinigten staaten gewählt wurde .......nicht moore ist es der zig milliarden dollar im jahr für militärische zwecke ausgibt und gleichzeitig wissen alleinerziehende mütter in den slums nicht was sie ihren kindern am nächsten tag zu fressen auf den tisch bringen sollen.... nicht moore ist es der durch das verabreichen sogenannter go-pills aus ihren soldaten regelrechte killermaschinen macht..
.....und es ist auch nicht moore der den daumen auf den medien hat! ...diese liste liese sich unendlich weiterführen, leute die hier sich über den macher, oder die person moore aufregen haben nicht kapiert WARUM er es tut! ....die leute sollen sich ihre eigene meinugn bilden, sich mit offenen und wachen augen ALLES einschl. seinen kommentaren dazu beschäftigen und unvoreingenommen sich selbst ein bild machen..... und das tut man ansich aus mehreren quellen bzw. über jahre der eigenen pers. erfahrung herraus und nicht weil die quellen/zahlen...oder wissenschaftlichen untermauerungen einer einzigen person nun 100pro korrekt sind oder nicht!
ALLES in frage stellen einschl. moore! das ist eine der aussagen!
Aus: siebtes nest von links, hinter silvesters körbchen | Registriert: Sep 2002
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GigoloArt
   
Usernummer # 2088
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verfasst
Warum lustigerweise alle Moore Kritiker aus ihren Startlöchern kommen, wenn jetzt erstmals eine journalistische Quelle auftaucht, hinter der es sich gut argumentieren lässt.
Authenzität beweisen jene Kritiker, die das VORHER taten ...
..just my two cents..
Aus: Global Citizen | Registriert: Mar 2001
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silicon
AErodynamic
Usernummer # 503
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verfasst
Verstehe ich ehrlich gesagt auch nicht so ganz warum sich hier auf einmal jeder so gegen Moore ausspricht. Habe gestern auch so eine Doku zu "Downsize this" gesehen. Ich fands superinteresant auch mal zu sehen, dass die Ami´s nicht nur auf der Sonnenseite leben. Jeder der mit dem Finger zeigt sollte sich selber erstmal am Riemen reißen. Hier werfen alle recht früh mit den Steinen im Glashaus. Wenn jetz morgen n Thread eröffnet wird, mit Quellenangaben, dass die Linken bestochen wurden, um sich negativ über Moore auszudrücken, würden alle gleich schreien "Hab ich´s doch gewusst!"
Ich für meinen Teil hab mir schon längst ne Tüte Popcorn geschnappt, Downsize this und Bowling for Columbine reingezogen (ich bin nicht so der Bücherwurm) und werd mir die Staaten bei Zeiten auch mal persönlich anschauen.
cheers, silicon
Aus: Universe | Registriert: May 2000
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minimalniemand
 217cup 2oo4
Usernummer # 3401
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verfasst
Ist doch klar, history repeating. Siehe Bill Gates. Wenn einer so erfolgreich ist, dann gibts auch immer Leute die dann plötzlich schon immer gewusst haben, dass der/diejenige Fake oder was auch immer ist. In dem Artikel steht ja auch nicht ein einziges "echtes" Argument. Immer nur "es heisst", "man sagt" oder ähnliche Phrasen. Da wird der selbe Faktengehalt an den Tag gelegt, den man Moore unterstellen will
Sicher muss man Storys hinterfragen, wie Moore sie abliefert, dann aber auch bitte solche Artikel, wie der da oben...
Aus: echtem Leder | Registriert: Aug 2001
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Elias@Rafael
Soulseeker
Usernummer # 5404
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verfasst
Das was mich bei Moore stört ist nicht das was er sagt, denn da legt er bei aller Polemik den Finger natürlich in eine vorhandene offene Wunde.
Aber das "wie" ist zumindest in seinem Buch indiskutabel, da liest sich jede Ausgabe des Spiegels unterhaltsamer und interessanter.
Mag sein, dass die Amis so jemanden brauchen, aber selbst das bezweifele ich, Michael Moore ist imho lediglich medienwirksam, erreichen tut er gar nix.
Aus: Krefeld | Registriert: Mar 2002
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Tresh
 217cup 2oo4
Usernummer # 373
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verfasst
ich kann tanzender-gelber-vogel nur absolut zustimmen.
und selbst wenn die ein oder andere zahl in bowling for columbine nicht 100% stimmt, dann wird sie aber mit sicherheit nicht weit davon entfernt liegen. moore ist sich sicher bewusst gewesen das er mit diesem film sehr viele kritiker auf den plan ruft und wird deshalb bei seiner recherche der fakten genau vorgegangen sein. nur um mal das thema aufzugreifen moore wirft mit fakten um sich die nicht stimmen.
und absolut recht hat er auch damit wie die ami regierung ihre "verbündeten" aufgebaut hat um die "feinde" zu schlagen um nachher die "verbündeten" zu "feinden" zu machen.
ich finde auch die theorie interessant das in amerika so viele leute erschossen werden weil die amerikaner angst haben. natürlich wird das nicht genau stimmen, aber er ist in seinem film auf die suche der gründe gegangen und hat theorien aufgestellt und gleich wieder wiederlegt. jeder soll sich darüber selbst gedanken machen ob es nicht auch einen anderen grund geben kann.
und natürlich hat michael moore eine eigene meinung und natürlich versucht er seine eigene meinung als eine "gute eigene" meinung darzustellen. ist doch klar. wenn eine geschichte besser erscheint wenn man ein bisschen fakt weglässt, dadurch aber die geschichte immer noch stimmt und nicht verfälscht wird. warum nicht ? ich glaube nicht das moore jemals von sich behauptet hat absolut objektiv zu sein.
und genau da will moore hin, er will provozieren. die leute sollen eben nicht alles glauben was ihnen erzählt wird. wer alles glaubt was michael moore erzählt ohne sich genau darüber gedanken zu machen ist nicht besser als jemand der alles glaubt was die amerikanische regierung oder jede andere regierung irgendeiner nation erzählt. er muss provozieren um zum nachdenken anzuregen. es gibt leute die sind so beeinflussbar die glauben alles was ihnen moore erzählt, gut für ihn. es gibt leute die glauben nur der anderen seite, schlecht für ihn. dann gibt es aber noch die leute die sich aus allen was rausspicken und sich dann ihre eigene meinung bilden. die sich genauer über das infomieren was sie gerade gehört haben. und genau diese leute sind wichtig für moore und wichtig für jeden.
Aus: Frankfurt am Main | Registriert: Apr 2000
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tanzend-gelber-vogel
Usernummer # 7315
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verfasst
Zitat: Ursprünglich geschrieben von: Elias@Rafael: Das was mich bei Moore stört ist nicht das was er sagt, denn da legt er bei aller Polemik den Finger natürlich in eine vorhandene offene Wunde.
Aber das "wie" ist zumindest in seinem Buch indiskutabel, da liest sich jede Ausgabe des Spiegels unterhaltsamer und interessanter.
Mag sein, dass die Amis so jemanden brauchen, aber selbst das bezweifele ich, Michael Moore ist imho lediglich medienwirksam, erreichen tut er gar nix.
hmmm....freie meinungsäußerung, schließt das nicht auch das "wie" mit ein?? ....es ist doch jedermanns schriftstellerische freiheit ein buch so zu schreiben wie man selber möchte, oder liege ich da etwa falsch? wenn dir das "wie" nciht gefällt warum liest du dann auch noch das zweite buch von moore? das versteh ich nicht .....und es wäre echt schon erbärmlich wenn schriftsteller nicht mehr so schreiben dürften wie ihnen der sinn danach steht....finde ich
Aus: siebtes nest von links, hinter silvesters körbchen | Registriert: Sep 2002
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Elias@Rafael
Soulseeker
Usernummer # 5404
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@tgv
ich habe nur eins gelesen, und nicht mal das bis zum Ende geschafft.
Ich bin eigentlich selbst eher USA-kritisch, aber ich mag Moores Geschreibsel einfach nicht, das liest sich in etwa so tiefgründig wie die Bild-Zeitung. Und da finde ich eben schade, dass viele, die mit dem Thema zum ersten mal konfrontiert werden, ausgerechnet an ihn geraten.
Aus: Krefeld | Registriert: Mar 2002
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tanzend-gelber-vogel
Usernummer # 7315
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hmm, ja gut von dieser seite aus .....mit dem ersten mal damit beschäftigen- haste schon recht. ich würd mir bsp. nie ein buch von moore reinziehn um mir ein bild über amiland zu machen....
allerdings schätze (hoffe) ich doch mal..... das viele die sich mit den vereinigten staaten beschäftigen, sich mehrere informations;- bezugsquellen auftun......außer die bücher/filme von moore
das allerbeste ist natürlich immer sich vor ort selber ein bild von den amis, ihren einstellungen und lebensweisen zu machen, finde ich......denn zwischen theorie (film/buch) und praxis (menschen die in amiland leben) liegt immer ein großer meilenstreifen dazwischen ....
Aus: siebtes nest von links, hinter silvesters körbchen | Registriert: Sep 2002
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Sternchen
    
Usernummer # 2102
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da hast du recht twity, man sollte nicht alles über einen kamm schären.
meine erfahrungen in den usa waren durchaus positiv was die menschen angeht, allerdings musste ich auch manches mal meinen kopf ein wenig schütteln.
Aus: berlin | Registriert: Mar 2001
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3J Phu
aka Custa
Usernummer # 6007
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Montag, 8. Sept @ Arte DER GROßE MACHER (The Big One) Dokumentation · 90 MIN · VPS 22.20 USA / Großbritannien 1997, Originalfassung mit Untertiteln
"Sind wir verrückt nach Waffen oder einfach nur verrückt? - Dieser Frage ging Michael Moore in seinem Film "Bowling for Columbine" nach, der ihn unlängst einem breiten Kinopublikum bekannt machte. In "Der große Macher" nimmt der sozialkritische Dokumentarfilmer wiederum auf unkonventionelle Art und Weise Missstände in der amerikanischen Gesellschaft in den Blick. Zielscheibe ist diesmal die amerikanische Industrie: Phil Knight, der Chef des als fortschrittlich geltenden Sportartikelherstellers Nike, muss sich den unbequemen Fragen des Regisseurs stellen.
Michael Moore begleitet sich selbst auf der Promotion-Tour für sein Buch über die politischen Verhältnisse und die Strategien der Großkonzerne in den USA. In 50 Tagen besucht er 47 Städte, die meisten davon kleine oder mittelgroße Orte, die von Werksschließungen betroffen sind. Jede dieser Etappen inszeniert er als politische Kundgebung und Spektakel: eine Autogrammstunde in einem Supermarkt, Interviews, eine Show-Konferenz, bei der er gegen Politiker und Konzerne wettert, ein Besuch im Firmensitz eines dieser Unternehmen. Ziel dieser Besuche ist es, einen Scheck und ein Diplom als Preis an diejenigen Firmen zu vergeben, denen es gelungen ist, Millionenprofite zu machen und gleichzeitig möglichst viele Mitarbeiter zu entlassen. Sein Besuch löst bei den PR-Verantwortlichen Panik aus, sie stellen sich ihm in den Weg und versuchen vor allem, ihn daran zu hindern, mit dem Firmenchef des Unternehmens zu sprechen. Dafür müssen sie Michael die seltsame Logik erklären, nach der immer dann, wenn die Mitarbeiter gute Arbeit leisten und das Unternehmen große Profite macht, Personal entlassen und die Produktion ins Ausland verlagert wird, so dass genau diese Mitarbeiter ihren Job verlieren. Am Schluss des Films steht die Begegnung mit dem einzigen Firmenchef, der bereit war, ihn treffen. Es ist Phil Knight, der Präsident von Nike. Bei Moores erstem Besuch wird Knight gefragt, warum er Schuhe im Ausland fertigen lasse - vor allem in Indonesien, wo eine besonders unerbittliche Diktatur herrscht. Auf dessen Antwort, kein Amerikaner sei mehr bereit, in einer Schuhfabrik zu arbeiten, schlägt Moore ihm folgenden Deal vor: Er findet 500 Menschen, die einen solchen Job annehmen, und Nike baut dafür eine Fabrik in den USA. Der Nike-Chef akzeptiert und Michael macht sich unverzüglich in seine Heimatstadt Flint auf, wo er Arbeitslose vor dem Rathaus versammelt und sie dabei filmt, wie sie sich für diesen Job bewerben. Er zeigt Firmenchef Knight die Aufnahmen, die diesem jedoch nicht genügen. Als Phil Knight Moore aber ein Paar speziell für ihn gefertigte Nike-Schuhe schenkt, nutzt der Regisseur diese letzte Gelegenheit, um Knight ein Wettrennen vorzuschlagen: Wenn Moore gewinnt, muss Knight ein Werk in Flint bauen; verliert Moore, muss er bis an sein Lebensende bei allen seinen öffentlichen Auftritten Nike-Schuhe tragen. Knight lehnt diese Wette ab, aber Moore lockt ihm zumindest eine Spende von 10.000 Dollar für die Schulen in Flint aus der Tasche."
hier noch ein altes interview mit Moore über diesen film: http://www.arte-tv.com/dossier/dossier.jsp?refresh=false&node=358024&lang=de
Aus: Bikini Bottom | Registriert: May 2002
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DeadPan
Usernummer # 8941
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@ 3J Phu Habe den Film vor geraumer Zeit mal im TV gesehen und fand ihn eigentlich ganz gelungen! Michael Moore-Style halt... Aber im großen und ganzen echt gut gemacht, ebenso wie "Bowling for Columbine".
Klar ist Michael Moore nicht DER Rechtsbringer und Saubermann, den er immer vorgibt zu sein, aber trotzdem finde ich viele seiner Aktionen für gerechtfertigt und angebracht!
Aus: Stuttgart | Registriert: Apr 2003
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Tresh
 217cup 2oo4
Usernummer # 373
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Habe gestern den Anfang von The Big One gesehen und fand ihn sehr gut. Freue mich schon auf den Rest.
Aus: Frankfurt am Main | Registriert: Apr 2000
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wheezer
hosen
Usernummer # 455
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Muss den Thread mal hochholen, da ich eine durchaus interessante Stellungsnahme Moores gefunden habe, die auch diesen hier besprochenen Artikel meiner Meinung nach in ein ganz anderes Licht rückt...
http://www.michaelmoore.com/words/wackoattacko/
Zitat:
I can guarantee to you, without equivocation, that every fact in my movie is true. Three teams of fact-checkers and two groups of lawyers went through it with a fine tooth comb to make sure that every statement of fact is indeed an indisputable fact. Trust me, no film company would ever release a film like this without putting it through the most vigorous vetting process possible. The sheer power and threat of the NRA is reason enough to strike fear in any movie studio or theater chain. The NRA will go after you without mercy if they think there's half a chance of destroying you. That's why we don't have better gun laws in this country – every member of Congress is scared to death of them.
Well, guess what. Total number of lawsuits to date against me or my film by the NRA? NONE. That's right, zero. And don't forget for a second that if they could have shut this film down on a technicality they would have. But they didn't and they can't – because the film is factually solid and above reproach. In fact, we have not been sued by any individual or group over the statements made in "Bowling for Columbine?" Why is that? Because everything we say is true – and the things that are our opinion, we say so and leave it up to the viewer to decide if our point of view is correct or not for each of them.
Aus: London | Registriert: May 2000
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KÖLLEGIRL
Usernummer # 7555
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Zitat: Ursprünglich geschrieben von: tanzend-gelber-vogel:
das allerbeste ist natürlich immer sich vor ort selber ein bild von den amis, ihren einstellungen und lebensweisen zu machen, finde ich......denn zwischen theorie (film/buch) und praxis (menschen die in amiland leben) liegt immer ein großer meilenstreifen dazwischen ....
allerdings!! ich war selbst dort für knapp 1 jahr und habe so viele liebe menschen kennengelernt, mit denen ich sicherlich nicht (auch heute nicht) immer einer meinung bin, auch wenn es speziell um das hier besprochene thema geht. in der hinsicht könnte ich fast um mich schlagen, wenn ich mit ihnen diskutiere, aber jeder hat seine ansichten...
das schlimme ist, wer weiß, wie wir alle denken würden, wenn wir genau in demselben umfeld aufgewachsen sind, wie z.b. mein ami-freunde... vielleicht ähnlich?? wer weiß. dort wird halt alles so dargestellt, als ob, dass was bei uns in der presse erscheint, alles gefälscht ist... halt genau andersrum... was will man so jemandem als argument sagen, der eh alles das, was man vorbringt als lüge bezeichnet?
naja, trotz allem... es sind liebe menschen und auf zwischenmenschlicher ebene (es wird ja auch hier nicht ständig über politik, geschichte oder sonstwas diskutiert) will ich sie nicht missen...
Aus: Berlin | Registriert: Oct 2002
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TEKK
   
Usernummer # 2612
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@Wheezer: Naja die Stellungnahme bezieht sich ja auf den Film, im Film sind meiner Meinung nach nicht annähernd so viele nicht bewiesene Vorwürfe vorhanden wie im Buch. Bornierte Waffennarrheit, wem's Spaß macht. Der Film beschäftigt sich ja mehr mit der NRA als mit der Politik. Das Buch bekanntlich nicht und dort finden sich wirklich teilweise haarsträubende Vorwürfe, teils wohl gewollt, aber anderenteils auch nicht ganz korrekt recherchiert.
Aus: Munich X | Registriert: May 2001
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stijlleben
aka solar
Usernummer # 2680
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ist zwar ein in amerikanischer und neudeutscher (siehe bohlen) manier zur extremen selbstinszenierung neigender demagoge, aber zumindest steht er auf der richtigen seite und schafft die nötige aufmerksamkeit und publicity für themen die ansosonsten nur in den feuilletons oder sonstigen intellektuellen zirkeln abgeschottet behandelt würden.
"the big one" war aber natürlich insgesamt ziemlich anstrengend, aber wer die ganzen verbrüderungs und umarmungsszenen, die heldenposen und die neunmalkluge art moores bis zum schluss durchhielt, wurde mit einem wirklich glänzenden weil entlarvernden interview mit nike ceo phil knight entschädigt. dieses zeigt dass auch die am tiefsten angesetzten vorurteile gegenüber wirtschaftlichen machtmenschen nicht unberechtigt sind!
so, go on, mr. moore!
Aus: hamburg | Registriert: May 2001
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ClubCreature
    
Usernummer # 4014
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verfasst
Ich glaube das, worum es den meisten Kritikern Moores, den politisch Linken und vielleicht auch einigen Leuten aus dem TF geht, ist das in deren Augen Moore relativ respektlos mit der gesamten Thematik umgebt. Das für Moore nur die Medienwirksamkeit eine Rolle spiele und das eigentliche Thema respektlos und oberflächlich behandelt werde und zwar auf beiden Seiten...Opfer und Täter. Da ich nie ein Buch von Moore gelesen habe und auch diesen Film nicht gesehen habe, kann ich mir darüber kein abschliessendes Urteil bilden, aber ich denke wie immer haben beide Seiten recht... Und an uns liegt es, unsere Wahrheit zu finden und uns unser eigenes Urteil zu bilden.
Aus: Rheinmetropole KÖLN | Registriert: Oct 2001
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BassInvader
true spirit
Usernummer # 2814
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verfasst
An Filmen habe ich bis jetzt nur "The Big One" gesehen und er hat mich ziemlich genervt, da Moore in diesem Film ziemlich selbstherrlich war.
Als Buch habe ich die englischsprachige Ausgabe von "Stupid White Men" und natürlich ist es sehr einfach geschrieben und die Vorwürfe an die Regierung hören sich teilweise einfach sehr heftig an und es kann wirklich sein, dass Moore lapsig recherchiert hat und pure Behauptungen ausspricht ... vielleicht hat das aber auch Methode? Die Regierung macht es auch so ...
Aber trotzdem kann man aus so einem Buch nutzen ziehen. Wenn man etwas liest, muss man auch darüber nachdenken und seine eigenen Schlüsse ziehen. Es heisst ja nicht, dass man alles glauben muss, was da drin steht. Selbst wenn Bush ein Buch schreiben würde, hätte man etwas davon, wenn es die eigene Meinung bestärkt und wenn man seine Position auseinandernehmen könnte ...
Aus: Dresden | Registriert: Jun 2001
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